Frei Improvisierte/Intuitive Musik – Was ist das?

Autor: fRANK bERZIK |
Datum: 22.05.20 |

Foto: cb

Die Frei Improvisierte Musik – auch Free Music, Adhoc Komposition, Intuitive Musik genannt – bezeichnet Musik, die nicht notiert ist; bei der kein klassisches Notenbild oder eine graphische Notation als Grundlage der Musik zugrunde liegt. Eine Komposition auswendig vorzutragen bleibt eine (interpretierte) Komposition.
Jeder Ton und Sound oder jedes Geräusch wird im Moment des Fühlens und/oder des Gedankens erzeugt.
Daher entsteht die Frei improvisierte Musik „im Moment“ und kann nicht genau so irgendwann und irgendwie wiederholt werden.

Wie alles in der Frei Improvisierten Musik ist auch die Herleitung nicht 100% zu bestimmen und schwammig.
Meines Erachtens ist es eine konsequente Weiterentwicklung des „Free Jazz“ der 1960er Jahre, mit einer deutlichen Einfärbung aus dem Bereich der „Neuen Musik“ und „Minimal Music“ aus den 1950er Jahren. Hierher kommen eher die geräusch- und klangorientierten Einflüsse.

Innerhalb der Frei Improvisierten Musik existieren nur zwei äußere Grenzen.
Zum Einen grenzt die Bezeichnung „Freie Improvisation“ alle Notationen und Kompositionen aus, auf denen die „Neue Musik“ und der „Jazz“ basieren.
Zum Anderen schließt der Begriff „Musik“ alle Nicht-Musiken, wie „Soundscapes“, „Noise Music“ und das gesamte Spektrum der KlangKunst aus.
Natürlich sind auch hier die Grenzen nicht wirklich scharf sichtbar bzw. hörbar.
Da es innerhalb der Frei Improvisierten Musik auch konzeptionelle Improvisation und geräuschhafte Improvisation gibt, verwischen die vorgenannten Grenzen recht schnell.

Oft wird der Begriff der Experimentellen Musik als Überbegriff für alle ungewöhnlichen Musik- und Klangdarbietungen gebraucht. Ein Experiment ist eine methodische Form der Erkenntnisgewinnung innerhalb der Wissenschaft: eine Versuchsanordnung mit anschließender Beobachtung und schlussendlicher
Bewertung und Beurteilung dieses Versuches. Dieses läßt sich natürlich auch auf die Kunst, Kultur und Musik übertragen. Hat primär aber nichts mit Frei Improvisierter Musik zu tun.

Oft wird der Begriff „Improvisierte Musik“ im Jazz verwendet und mit der Frei Improvisierten Musik verwechselt. Gemeint ist, dass ein Teil des Jazz aus Improvisationselementen besteht. Hier kann sich der Einzelmusiker innerhalb seines Solos tonal relativ frei bewegen. Als Rahmen dieses Solos ist ein Harmonieschema vorgegeben.  Folgendes würde ich löschen, weil zu eng gefasst und nicht fürs Verständnis notwendig: – also bestimmte 5-7 Töne aus einer  Tonskala von 12 Tönen im Halbton-Abstand.

Meines Erachtens ist das achtsame Hören und Zuhören wichtiger als die
Beherrschung des eigenen Instruments oder der eigenen Stimme. Genau wie in der täglichen Kommunikation mit anderen Menschen bildet ein „aufeinander Hören“ für eine gute und erfüllende Unterhaltung die Grundvoraussetzung.
Natürlich sollte jeder Musiker relativ gut mit seinem Instrument/Stimme umgehen. Nur so ist es möglich, seine eigenen Gedanken und Gefühle sofort
in Töne, Klang oder Geräusche um zu setzen. Aber auch hier gibt es keinerlei Referenzen!
Geschriebene oder graphische Notation sind ​(meiner Meinung nach) innerhalb dieser Musikrichtung vollkommen überflüssig. Im Gegenteil kann es durch intensive Notationsausbildung leicht zu pawlow´chen Abhängigkeiten und Unflexibilitäten führen.

Neben dem Hinhören sind mir Inhalte, Aussagen und Geschichten wichtiger als Rahmen, Formen und Können.

Wie im Vorfeld angedeutet, ist die Vielfalt lediglich durch die äußeren Grenzen definiert. So gibt es die völlige Freiheit zu tun und zu lassen was der/die Musiker*in sich gerade vorstellt. Es gibt harmonische Improvisationen, die eher an Kompositionen erinnern, ​weil sie uns gewohnten musikalischen und rhythmischen Mustern ähneln.
Auch kann man sich individuell über grobe Abläufe verständigen.
Hierbei spricht man von Konzeptioneller Improvisation.
Auch ist das Verklanglichen von Bilden, Situationen und Bewegungen gängig.
Genauso sind geräuschhafte Verästelungen und Drones machbar.
Unausgesprochen aber substanziell ist immer das Gemeinsame Musizieren!

Für mich ist eine schlechte Frei Imporovisierte Musik, wenn mehrere Musiker zwar gleichzeitig auf der Bühne stehen, aber nicht miteinander musizieren, also eher „egozentrisch“ veranlagt sind ohne auf deren Umgebung zu achten.
Genau so verhält es sich mit Egos, die eine Leistungs- und/oder Technikshow veranstalten.

Wie vormals immer wieder beschrieben sind auch hier die Grenzbereiche fließend und unübersichtlich.
Auch hier ist eine Analogie zu einem normalen Gespräch angezeigt – zwei Menschen, wobei der eine vom Wetter und die andere Person von politischen Ereignissen redet – außer einer physischen Nähe besteht bei diesem Beispiel kein Dialog oder ein miteinander Sprechen.

Die Frei Improvisierte Musik ist nichts zum „Nebenbei-Berieseln“ beim Grillen oder im Fahrstuhl…
Viel mehr ist beim Hörer auch eine gewisse Konzentration und Achtsamkeit erforderlich, um die teils feinsten Verwebungen und Verästelungen nachvollziehen zu können. Daher kann die Frei Improvisierte Musik auch für den Hörer anspruchsvoll und anstrengend sein. Entlohnt wird er aber duch eine Fülle von frischen Gedanken, Eindrücken und Inspirationen.

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