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fRANKs Musiker-Biografie

Autor & Kontakt
Datum
01´22
letztes Update
01´22
Lektorin
cHRISTIANEb
Layout
fRANKb

"Wie alles begann - und was danach kam"

Eine Musik(er)-Bio über fRANK bERZIK

Konditionierung

In den 1970er Jahren durch das elterliche Radioprogramm mit WDR4 eingelullt,
konditionierte ich mich parallel durch meinen älteren Bruder mit (Psychedelic)-Rock der 1970er;
Deep Purple, ELP, Pink Floyd, Led Zeppelin, Hawkwind, etc. prägen mich.

Vor allem die Hammond- und SynthiSounds haben mich irgend wie vollkommen durchdrungen.
Ende 1970er/Anfang 1980er, entkoppelt von meinen familieren Vorbildern und Gewohnheiten, begann die Zeit in der ich mich, geboostert durch die Radiosendung „Schwingungen/WDR1“ von Winfrid Trenkler (teils heute noch auf YT anhörbar), intensiv mit Elektronischer Musik zu beschäftigen.
Tangerine Dream, Harald Großkopfs „So Weit, So Gut“, Jean Michel Jarres „Oxygene“ , Vangelis, Klaus Schulze, Neu!, Kraftwerk, etc. begleiteten seitdem mein Leben.
Meine Venyl-Sammlung bereicherte sich recht einseitig 😉

Schulmusik

Schulisch sollte ich mit „taktendem“ Handklatschen, Notenpunkten und -strichen an die Musikkultur heran geführt werden. Für mich bis heute ein traumatsches Erlebnis!
In einem nachfolgenden Wahlpflichtfach sollte ich das Gitarrenspiel (Konzertgitarre) erlernen – außer verbogenen Akkord-Fingern brachte mir das nichts.
Schlussendlich hängte ich dieses Instrument, von einem auf den anderen Tag, für den Rest meines Lebens nicht nur an den geistigen Nagel, als mich meine Mutter kurz vor Weihnachten aufforderte „wer Gitarre spielt, muß auch singen“ …

Hinter dem Tellerrand

Nachdem ich tiefer in die Vitae der Künstler vordrang, erkannte ich neugierige Querverbindungen zu anderen Musikrichtungen wie dem Rock, aber auch dem Jazz.
Far East Family Band, Mythos, Klaus Dinger, Kurt Kress und besonders Snowball´s Defroster, etc. prägten sich als feste Begriffe in meinem musikalischen Leben ein.

Nun lenkte mich mein Zeitstrahl in den Jazz-Rock. Da tauchte auch wieder meine Urprägung aus dem 1970er, der Rock, auf.
Spannende Kombi, in der ich meine Liebe und Leidenschaft zum Saxophon-Sound entwickelte.
Klar rannte ich in ein Instrumentengeschäft und kaufte mir ein einfaches Tenorsax von WELTKLANG. So billig der Sound, so unwillig meine Bemühungen und Lerndisziplin – auf einen Lehrer verzichtete ich aufgrund meines dauernden Geldmangels. Heute weiß ich´s besser…

Begeistert von der CD-Technik, verschenkte ich Ende 1980er zu meinem heutigen Leidwesen die meisten meiner LP´s an einen Freund. Den spannendsten Rest verkaufte ich endgültig.

Saxophone

Vor der Geburt meines Sohnes wollte ich es dann noch einmal wissen – auch um meinem Sohn später erhobenen Hauptes sagen zu können „ich hab´s versucht, aber es hat doch nicht sein sollen“. Dieses Mal machte ich es anders; um Kapital und Zeit frei zu räumen, wandte ich mich 1998 der Rettungstaucherei ab und kaufte ein gebrauchtes Tenorsax, das BUESCHER „Aristocrat“ (Big B).
Weiterhin aus Geldmangel überholte ich es selber, schub ein OTTO LINK „Tone Edge 6“ drauf und suchte einen Sax-Lehrer, der sich und somit auch mich von der Noten-Sklaverei entschlacken konnte – ballastloser Modaler Jazz war mein Ziel.
Viele deprimierende Probestunden später, mit unterschiedlichen Sax-Lehrern (Kinder tun mir unendlich leid, die sich aufgrund dogmatischer Musiklehrer von der echten Musikkultur abwenden), begegnete ich einem herausragenden jungen Musiker/Lehrer, der meinen notenlosen Umgang verstand. Sein praxisoerientiertes Statement „Noten sind nicht zwingend erforderlich, können aber später einiges einfacher machen“ – mit der Aussage konnte ich gut leben!

Ein halbes Jahr später innerhalb einer Live-Vorführung der Musikschule erkannte ich, dass mich nur die Solo-Lücken zwischen den Chorussen inhaltlich befriedigten. Das war der nun rollende und mich bis heute antreibende Schneeball, der mich 1999 in die Kölner Freie Impro-Szene eintauchen ließ. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt weiterhin mit einem Sax-Lehrer gearbeitet, wäre ich zu einer schlechten Kopie geworden … somit wand ich mich der Autodidaktik und der in der Freien Szene üblichen Instrumenten-Klangforschung zu.

Meine Ansprüche und klanglichen Gedanken radikalisierten sich (bis heute) kontinuierlich.
Durch die Trauer um einen plötzlich erkrankten wichtigen Menschen, wendete ich mich als Selbsttherapie unbewusst dem FreeJazz zu. Erst dann verstand ich diese Art der Musik in Gänze! Und in der Szene betitelte man mich als „Brötzi“ (Mini-Brötzmann).

Synthesizer

Um mich zu Haue zum langweiligen Sax-Üben zu animieren, beschäftigte ich mich mit kleinen Synthesizern. Egal ob analog, digital oder virtuell, hauptsache die Sounds kamen via Zufallsgenerator gesteuert überaschend heraus, damit ich mit dem Sax darauf immer schneller reagieren konnte.
Es hat nur eine kurze Zeit gedauert bis mich der Synthesizer als vollwertiges Musikinstrument und Klanggenerator neben dem Saxophon auf meinem weiteren Lebensweg begleitete.

Klarinette

Wegen des vereinfachten Transportes, dauerhaft im Kofferraum lagernd und somit zur spontanen Verfügbarkeit, beschäftigte ich mich mit der Bb-Klarinette. Aber erst die intensive Arbeit mit einer eigenen Bassklarinette von SELMER überzeugte mich von dieser Instrumentenfamilie vollends.

Dozent

Auch wurde mir die Leitung eines Karnevals-Blasorchester und Klarinettenuntericht angetragen – obwohl äußerst lukrativ, entspricht es nicht annähernd meinem Weg zur Kunst!

2022

Mein letztes Instrumenten/Klang-Ziel – seit Jahrzehnten im Hinterkopf – erfüllte ich mir Ende 2021mit meinen Traum der vollkommen verschmolzenen Elektroakustik mit Blasinstrumentenerweiterungen duch autonom arbeitende FX-Boden-Effektgeräte von RED PANDA.

Begegnungen

Bis hier hin begegnete ich zahllosen, inspirierenden/spannenden/erfrischenden Musiker*innen, Künstler*innen und Menschen in diversesten Gruppen, Formationen und Diskussionen. In dieser langen Zeit sprengte mein Kunstverständnis die Fesseln der Sparten-Scheuklappen, indem ich mit Tänzer*innen, bildenden Künstler*innen, einer schweißenden Skulpturenkünstlerin, einem Lichtkünstler, Impro-Chor und einigen Text/Poesie-Künstlerinnen interaktiv zusammen wirkte. Auch war mal die Live-Vertonung eines Stummfilms dabei. Nicht zu vernachlässigen, dass all diese Begegnungen mit dem umfassenden Raum zu tun haben.

Nach einem gescheiterten Ausflug in die graphische Konzept-Komposition für 3 Kunstsparten, fand ich mich Ende 2012 doch in der Freien Impro und KlangKunst wieder.

beFREItE MUSIK

Auch fing ich nach dem Eintritt in die Freie Impro Musik, 2006 mit dem Aufbau einer BRD-weiten Plattform für ungewöhnliche Musik an – beFREItE-MUSIK.de ward gebohren 🙂
Erst ging es mir darum, als Web-Visitenkarte, vor Konzertbewerbungen nicht ewig meine Vita neu zu tippen. Nicht lange auf sich wartend dehnten sich die Inhalte und Themen dermaßen schnell aus, das sich daraus die „befreite-musik“ zur BRD-weiten Plattform für Freie Impro Musik, Eperimentelle Musik und Klangkunst etablierte.
Zur ähnlichen Zeit meldete ich ein Kleinst-Unternehmen an, um Aufträge des WDR in Anspruch zu nehmen und legale Veranstaltungen ausrichten zu können. Das Letztere wurde in mir duch zahllose Veranstaltungs- und Verwaltungsvorschriften sehr schnell auf ewig im Keim erstickt.

Mein facebook-Account „befreiter-frank“ hatte ich nach einem Jahr, Ende 2014 nach deren unvereinbarer AGB-Änderung gelöscht.
Heute – 2022 – umfasst die Reihe „BefreiteMusik.de“ eine Internet-Plattform mit einigen URL´s, einen Internetradiosender „laut.fm/befreite-musik“, diverseste YT- und VIMEO-Kanäle, Soundcloud-Accounts, eine Musik-Daten-Cloud und neuerdings eine bandcamp-Präsenz.

Derzeit trage ich mich mit dem Gedanken des Merchandising für die „BefreiteMusik“-Reihe in Form von T-Shirts und Aufklebern.

Anpacken

Leider blieb ich mit meinem Infrastruktur-Aufbau und -Service leider immer ein „Selfmademan“, weil ich immer wieder auf fehlende ehrenamtliche Verantwortungs- und Einsatzbereitschaft stieß. Daher empfehle ich seit 2013 jedem Menschen, der etwas aufbauen und betreiben möchte, es alleine und in erster Linie für sich selber zu machen – alles andere zieht nur unendlich viel Frust und Ärger nach sich…

Beruf

In Ausbildungen, Studium und Beruf habe ich mich aus wirtschaftlichen Gründen immer anderen Aufgaben und Dingen zugewendet.
Aber auch hier habe ich mich von meiner Intuition leiten lassen und bin daher im Rückblick immer richtig „abgebogen“.

Reise ins Hier und Jetzt

Seit 2017 kann ich mich auf eine Lebenspartnerin verlassen, die meine abstrakten Gedanken und Klangliebeleien gerne teilt. Vieles passiert endlich in inspirierender Gemeinschaft. Viele Aktivitäten sind seitdem leuchtender, homogener und einfacher 🙂

Meine schwächeren Bereiche kompensiert sie locker – wie wohl, sich auch fallen zu lassen…

Zukunft

Wer weiß wo mich meine Lebensreise durch weitere Ein- und Zufälle hin treibt…
Es bleibt für mich und alle, die mich schätzend begleiten, aufregend und spannend 😉

VIELEN DANK für Deine & Ihre Aufmerksamkeit!