Datum:  02.09.20 |
Autor:  David und Thomas | media (aet) seehear.it |
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Ambiente Klanglandschaften,

sich langsam entwickelnde hypnotische Sequenzen und ineinander fließende Harmonien. Generative Musik und Klänge gefühlvoll hervorgezaubert aus modularen Synthesizern – das ist der Sound von Echoflex.

Bandcamp

Echoflex ist ein Projekt von David Muddyman auch bekannt als Jamuud, Künstler und Bandmitglied von Loop Guru.

Artist David Muddyman

Neben der Arbeit mit Samples bei Loop Guru ist die elektronisch erzeugte generative Musik der zweite große Schwerpunkt von Davids musikalischem Schaffen. Als Jamuud veröffentlichte er bereits Mitte der 90er das ruhige, von balinesischen Klängen inspirierte Album „Niskala“ auf der SSEYO Koan Sound Engine.

Bild: David Muddyman

Die neuesten Stücke, nun unter dem Projekt Echoflex veröffentlicht, entwickeln die Ideen der generativen Musik weiter und sind gleichzeitig inspiriert von und inspirierend für Kunst der visuellen Art: in Kunstwerken wie Gemälden mit Wasserpigmentfarben und Monoprints lässt David aus der Musik bekannte Elemente einfließen. Das sind zum Beispiel Echos, Wiederholungen, Abwandlungen, gezielte Zufallseffekte in einem gesetzten Rahmen und granulare Synthese – also das Zerlegen und wieder neu Zusammensetzen von kleinen Bausteinen zu neuen Kompositionen.

Spotify

So ist das Album-Triple Echoflex I, II und III gefüllt mit ruhigen ambienten Soundscapes, die die R[o]aming Gemälde von David akustisch begleiten:

Die Musik der drei Alben wurde als Teil einer Kunstinstallation aufgenommen, die in den Ocean Studios (Plymouth, Südwestengland) im März 2019 dem Publikum vorgestellt wurde. Die Austellung „R[o]aming“ ist eine Serie von abstrakten mit Wasserpigmentfarben gemalten Bildern, die die Landschaft und Stimmungen von Cornwall und Devon, besonders die Rame Halbinsel und den Plymouth Sound aufgreifen. Alle Titel wurden auf modularen Synthesizern komponiert und vom Januar bis März 2019 live eingespielt.

Im September erschienen die Alben Echoflex IV – inspiriert von der elektronischen Musikszene der 1970er in Deutschland, von Musikgruppen wie Can, Neu, Cluster und Faust – und Echoflex V – unter anderem inspiriert von Kunstwerken von Richard Long, Richard Serra, Robert Rauschenberg und Connor McIntyre. Echoflex VI und V präsentieren Davids Monoprints und der Charakter der Klänge ist ein Stück anders: es erwarten einen etwas schnellere, kräftigere Sequenzen und mehr Beats, die sich aber nicht in den Vordergrund drängen.

SeeHear Recordings

Mit der einzigartigen Verbindung von Musik und Bild erscheint die neu begonnene Zusammenarbeit von Echoflex mit SeeHear Recordings wie vorherbestimmt: das in Hamburg ansässige Label hat sich auf die Fahnen geschrieben, genau solche Projekte für audio-visuelle Kunst zu unterstützen. In diesem Rahmen ist ein Full-HD-Animationsvideo in Vorbereitung, dass die R[o]aming-Gemälde mit dem Echoflex-Sound auch in der digitalen Welt verfügbar macht.

Update:  26.01.21

Das neueste Album Echoflex VI: Piano Net ist die künstlerische Antwort von Echoflex auf den harten Corona-Lockdown in diesem Jahr: Lang-hallende meditative Piano-Klänge auf altgriechischen Skalen verbunden mit Gemälden sich hypnotisch wiederholender Formen, langsam verschwindend wie ein Echo.

Orte und Plätze, die vorher zugänglich waren, sind nun unzugänglich. Wir sind eingeschränkt in wen wir treffen können und was wir tun dürfen. Damit werden die Erinnerungen an solche Plätze und Begegnungen viel bedeutender, um bei Verstand zu bleiben. Die Musik und Gemälde reflektieren die Sehnsucht nach Normalität.

Sowohl die Musik als auch die Bilder von Echoflex VI: Piano Net können helfen, sich zu beruhigen, innezuhalten, zu meditieren und neue Energie in dieser schwierigen Zeit zu schöpfen.